Schutz vor Insektenstichen

Thema im August

Mit steigenden Temperaturen werden auch lästige Insekten wie Mücken, Wespen, Bienen oder Hornissen wieder aktiv. Gefahr besteht vor allem für Menschen, die allergisch auf Insektengifte reagieren.

Was fliegt denn da?

Am lästigsten sind die Mücken. Sie gehen vor allem abends und nachts auf Jagd. Die Weibchen brauchen Blut für ihre Eier. Mücken haben keinen Stachel, sondern eine Art Saugrüssel, der kein Gift enthält. Im Speichel, der beim Stich übertragen wird, stecken jedoch Proteine, die allergische Reaktionen auslösen können.

Die Bremsen, auch Pferdefliegen genannt, saugen ebenfalls Blut. Sie sehen ähnlich aus wie Fliegen und sind vor allem in der Nähe von Vieh, am Waldrand und in Gärten unterwegs. Man hört und spürt sie nicht – bis es zu spät ist. Ihr Speichel verursacht oft starke Schwellungen und heftigen Juckreiz.

Bienen sind von eher gedrungener Form, in der Mitte behaart und am Hinterleib bräunlich gestreift. Sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Dann jedoch kann es gefährlich werden: Der Stachel bleibt in der Stichstelle stecken. Die Biene selbst stirbt dabei.

Die Wespe ist mit ca. 2 cm ähnlich groß wie die Biene. Sie hat jedoch keine Haare und ihr Hinterleib ist kräftig schwarz-gelb gezeichnet. Sie sticht schnell zu. Ihr Stachel bleibt nicht stecken, d.h. sie kann auch mehrfach stechen.

Hornissen sehen fast genauso aus wie Wespen, sind allerdings fast doppelt so groß und im vorderen Bereich rötlich gefärbt. Sie brummen laut und bedrohlich, stechen aber nicht so schnell wie Wespen. Ihr Stich ist für Nicht-Allergiker nicht gefährlich, aber schmerzhaft.

Nur sehr selten kommen Hummelstiche vor. Das dicke, behaarte Insekt ist eher selten und sticht nur bei extremer Bedrohung. Dann aber hat man das gleiche Problem wie bei einem Bienenstich: Der Stachel bleibt in der Wunde stecken.

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Sticht ein Insekt zu, kommt es zu einer schmerzhaften, juckenden oder brennenden Reaktion an der Einstichstelle. Um diese herum bildet sich eine ein bis mehrere Zentimeter große, glänzende Hautrötung, in deren Mitte sich die Schwellung, die so genannte Quaddel, befindet.

Diese geht am nächsten Tag meist zurück bis auf eine Papel, eine kleinere, rotgefärbte Hauterhebung, die noch einige Zeit an den Stich erinnert. So weit der Normalfall. In vielen Fällen ist allerdings der Juckreiz so stark, dass die Gestochenen zu kratzen beginnen und es zu Entzündungen kommt.

Wenn eine Mücke zugestochen hat, sollte man schnell reagieren und die Einstichstelle kühlen. Hier bieten sich kühlende Gels aus der Apotheke, Eiswürfel oder Cool-Packs an, auch kalte Quarkumschläge können hilfreich sein. Elektrische Stichheiler reduzieren den Juckreiz mithilfe lokal konzentrierter Wärme.

Sind nicht Mückenstiche die Ursache, sondern Wespen- oder Bienenstiche, sollte zunächst der Stachel entfernt werden. Dabei sollte man keinen Druck ausüben, um nicht noch mehr vom Insektengift in die Wunde zu drücken.

Auch hier gilt es anschließend zu kühlen. Vielfach wird empfohlen, eine Zwiebel oder eine Knoblauchzehe zu halbieren und mit der Schnittkante auf die Stichstelle zu legen. Teebaumöl kann desinfizieren und den Juckreiz lindern. Ebenfalls desinfizierend sind Umschläge mit essigsaurer Tonerde.

Bei allergischen Reaktionen

Etwa vier Prozent der Deutschen reagieren allergisch auf Insektengifte, vor allem auf das von Wespen und Bienen. Empfindliche Menschen bekommen innerhalb von Minuten die Auswirkungen zu spüren.

Neben großflächigen Quaddeln und Hautrötungen, die sich an der Einstichstelle bilden, kann es zu starken Gesichtsschwellungen bis hin zu Atemnot oder sogar einem allergischen Schock kommen.

Die Anzeichen für diese gefährliche Reaktion sind ein Brennen und Jucken an den Handflächen, Fußsohlen, im Rachenraum oder an der Zunge. Es folgen heftige Atembeschwerden, Schwächegefühle und Hitzewallungen.

Die lebensgefährliche Reaktion kann zu einem Kreislaufkollaps führen. Deshalb sollte man sofort einen Notarzt rufen. Zudem sollten Insektenstichallergiker immer ein Erste-Hilfe-Set dabei haben, das Antihistaminika-Präparate, Cortison und Adrenalin enthält.
.Insektenstichallergiker dürfen auf keinen Fall die Stichstelle mit dem Mund aussaugen! Das soll jemand anderes tun, oder man hilft sich mit einem Insektengiftentferner aus der Apotheke.

Vorbeugung ist möglich

Grundsätzlich gilt natürlich, dass man den Kontakt mit stechenden Flugobjekten am besten meiden sollte. Schützen kann man sich vor allem vor den blutsaugenden Insekten, z.B. mit einem Fenstergitter, einem Moskitonetz über dem Bett oder langärmeliger Kleidung.

So genannte Repellentien beeinflussen die Hauttemperatur sowie die chemische “Anziehungskraft” der Körperoberfläche des Menschen, so dass Mücken und Co., die die feucht-warmen Ausdünstungen der Menschen als Erkennungszeichen nehmen, nicht stechen.

Synthetische Wirkstoffe sowie Kokosöl versprechen einen guten Schutz über mehrere Stunden, während Präparate mit ätherischen Ölen oft nur eine kurze Wirkdauer haben und dann erneut angewendet werden müssen.

Parfüms oder parfümierte Wasch- und Duschgele wirken anziehend auf Mücken und sollten daher sparsam verwendet werden. Genauso anziehend wirken manche Farben und Muster von Textilien, weiße, hellgrüne oder hellgraue Stoffe lassen die Insekten jedoch gleichgültig.

Hektisches Armwedeln macht Wespen aggressiv und vertreibt sie auch meist nicht. Eher erhöht man das Risiko, gestochen zu werden. Am besten verscheucht man das Insekt im Landeanflug mit einer langsamen und ruhigen Handbewegung.

Beim Essen und Trinken im Freien ist besondere Vorsicht geboten. Werden z.B. Wespen versehentlich geschluckt, geraten die Tiere in Panik und stechen. Im ungünstigsten Fall schwillt die Kehlkopfspalte zu, wodurch es zu massiven Atembeschwerden kommen kann. Dann ist sofortiges ärztliches Eingreifen erforderlich.

Bis zum Eintreffen des Arztes sollte der Betroffene seinen Oberkörper aufrecht halten. Durch Eislutschen oder Gurgeln mit Wasser kann die Schwellung gekühlt werden. Der Gestochene sollte jedoch nichts trinken, da die Flüssigkeit versehentlich in die Luftröhre gelangen könnte.

IFEMEDI, Institut für ernährungsmedizinische Information