Lavendel

Pflanze im August

*Pflanze: Lavandula angustifolia Mill. syn. L. officinalis Chaix. *
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Der Echte Lavendel ist ein bis zu 60 cm hoch wachsender, winterharter Halbstrauch mit stark verzweigten Ästen und aufrechten Zweigen. Die Blätter besitzen eine schmal-lanzettliche Form, wobei die unteren weiß-filzig behaart, die oberen grau-grün erscheinen. Die violetten Blüten sitzen am Ende von 10 bis 15 cm langen, behaarten Stielen in ährenähnlichen Schein-quirlen.
Die im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze wächst nur in höheren Lagen. In tieferen Gebieten kommt es zur Hybridisierung des Echten Lavendels mit L. latifolia Medik., dem Großen Speik zu Lavandula × intermedia Emeric. ex Loisel., dem Lavandin.
Medizinisch verwendet werden die kurz vor dem Aufblühen geernteten Blüten samt Blütenkelche und das daraus gewonnene ätherische Öl.

Herkunft

Der Lavendel ist im Mittelmeer beheimatet.

Die Droge wird aus Frankreich, Spanien und Südosteuropa importiert.

Anwendung

Echte Lavendelblüten enthalten ein ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an Linalool und Linalylacetat, ferner eines geringen Anteil an 1,8-Cineol und Campher. Spiköl, das ätherische Öl aus dem Großen Speik enthält dagegen sehr wenig Linalylacetat, zeichnet sich aber durch einen hohen Gehalt an Cineol und Campher aus. Das Lavandinöl aus der Hybride Lavandin besitzt neben einen hohen Linalool- und Linalylacetatgehalt ebenfalls größere Mengen an Campher und Cineol. Ferner enthalten die Blüten Lamiaceengerbstoffe und Phenolcarbonsäuren.
Innerlich eingenommen werden Zubereitungen aus Echten Lavendelblüten oder Lavendelöl bei nervös bedingten Unruhezuständen und Einschlafstörungen empfohlen. Vor allem Linalool und Linalylacetat wird eine beruhigende Wirkung zugesprochen, Linalool besitzt zusätzlich eine hemmende Wirkung auf das Wachstum einiger Bakterien und Pilze. Die Droge wird auch zur Behandlung funktioneller Oberbauchbeschwerden und nervösem Reizmagen, beim Roemheld-Syndrom, ein durch Blähungen im Oberbauch gekennzeichneter Symptomenkomplex, der sich auch in Herz-Kreislaufbeschwerden äußern kann, eingesetzt. Eine Kombination mit anderen sedativ und blähungstreibend wirkenden Pflanzen kann sinnvoll sein.
Spiköl wird wegen des hohen Cineolgehaltes zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie z.B. Bronchitiden verwendet.
Eine große Rolle spielt das Echte Lavendelöl in der Aromatherapie, Spiköl und Lavandinöl werden dagegen vor allem in der Kosmetik- und Parfümindustrie eingesetzt. Kräuterkissen mit Lavendelblüten sollen bei Einschlafstörungen helfen.
Äußerlich als Bad angewandt eigenen sich Lavendel-blüten zur Therapie nervös bedingter Kreislaufbeschwerden. Einreibemittel mit Lavendelblüten sollen bei rheumatischen Beschwerden schmerzstillend wirken. Die Wirksamkeit bei diesen Anwendungsgebieten ist jedoch nicht eindeutig belegt.
Lavendelblüten oder -blätter werden vor allem in der mediterranen Küche als Gewürz von süßen und salzigen Speisen eingesetzt und sind z.B. Bestandteil der Kräuter der Provence. Lavendelkissen zwischen die Wäsche gelegt sollen vor Mottenfraß schützen.

Dosierung

Tee:
1 bis 2 Teelöffel Lavendelblüten werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Mehrmals täglich, besonders am Abend vor dem Schlafengehen eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Lavendelöl:
1 bis 4 Tropfen (entsprechend 20 bis 80 mg) als Einzeldosis z.B. auf einem Stück Würfelzucker einnehmen.

Badtherapie:
20g bis 100g Lavendelblüten werden mit 2 l Wasser kurz aufgekocht, nach 10 Minuten gibt man das abgeseihte Konzentrat in 20 l Wasser.

Zubereitungen

Lavendelblüten sind Bestandteil sog. Nerven- und Schlaftees aber auch von Fertigarzneimitteln zur Behandlung nervöser Schlaf-, Magen- und Darm-störungen und äußerlich anzuwendender Präparate bei rheumatischen Erkrankungen. Ferner sind Fertigpräparate zur Herstellung von Bädern erhältlich. Lavendelöl findet auch Verwendung in der Aromatherapie.

Hinweise

  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Lavendel!
  • Das ätherische Öl der Lavendelblüten kann in seltenen Fällen Allergien auslösen.
  • Nicht in höherer Dosierung anwenden!
  • Lavendelöl kann zu Schläfrigkeit führen und möglicherweise die Fähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen oder zum Bedienen von Maschinen herabsetzen.